Keine neuen Großmärkte im Randbereich
CDU gegen Projektidee im Industriegebiet
Eutin – Die Pläne für einen neuen Lebensmitteldiscounter sowie eines Fachmarktes für Zooartikel und Tierfutter in der Industriestraße 2a stoßen bei der CDU-Fraktion in der Eutiner Stadtvertretung auf Ablehnung. Der Discounter „Netto“ und der Fachmarkt „Fressnapf“ wollen sich dort ansiedeln, wo einst Wohnmobile verkauft wurden – „Netto“ mit einer Fläche von 1200 Quadratmeter und „Fressnapf“ mit 800 Quadratmeter.
Entstehen soll dort nach Wünschen der Investoren und der Eigentümer „ein klimaneutraler Lebensmittelmarkt in nachhaltiger Holzbauweise“ sowie ein Fachmarkt für Tierbedarf – öko-effiziente Außenanlagen, eine Photovoltaik-Anlage und Ladepunkte für E-Mobilität inklusive. Die dort zuvor zum Verkauf ausgestellten Wohnmobile als genehmigte Nutzung bildeten keinen Widerspruch zu den Inhalten der Bauleitplanung. In Eutin solle ein Leuchtturm-Projekt zum Thema Nachhaltigkeit entstehen.
Die Kombination des Fachmarktes und des Lebensmitteldiscounters wird den Rahmen der aktuell zulässigen Nutzungen auf dem Grundstück „Industriestraße 2a“ hinsichtlich der Art der baulichen Nutzung verlassen, heißt es kritisch aus der Stadtverwaltung. Diese konkrete Planungsidee entspreche nicht der Zielsetzung des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Eutin und widerspreche den Inhalten des Bebauungsplanes Nr. 135 in der 1. Änderung.
Die Stadt Eutin verweist auf das Einzelhandelskonzept zum Schutz bestehender zentraler Versorgungsbereiche und insbesondere der Förderung der Innenstadt als zentrales Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum. Die vorgestellte Projektidee fügt sich in Bezug auf die geplante Ansiedlung des großflächigen Lebensmitteldiscounters nicht in diese bisherigen strategischen Überlegungen ein, heißt es aus der Stadtverwaltung.
Die Investoren wünschten sich eine Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes und würden sie mit einer durch sie finanzierten Auswirkungsanalyse der CIMA unterfüttern wollen. Darin werde untersucht, ob die Ansiedelungen schädliche Auswirkungen auf die Innenstadt oder die bestehenden Märkte in der Industriestraße haben. Wünschenswert wäre auch eine Anbindung für Fußgänger und Radfahrer über den Dosenredder in das dortige Wohngebiet.
Die Projektplaner von Netto sind auch weiterhin im Gespräch mit LMK, um im Erdgeschoss den Discounter zu eröffnen. Sie würden einen Mietvertrag abschließen und könnten sich vorstellen, jeweils einen Netto-Discounter bei LMK und in der Industriestraße 2a zu betreiben. In die Innenstadt würde Netto schon gern noch dieses Jahr einziehen. Einen Plan B für eine Netto-Ansiedelung an anderer Stelle in der Innenstadt gebe es nicht.
„Wir hätten uns gewünscht, dass Gespräche mit dem Eigentümer des Grundstückes im Dosenredder bereits vor der heutigen Sitzung geführt worden wären“, sagte Sascha Clasen (CDU), Vorsitzender im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Er lobte ein Konzept „mit Hand und Fuß“. Es habe allerdings die damit befasste CDU-Fraktion schon in den Vorgesprächen im Herbst nicht überzeugt und Argumente dafür geliefert, dass Eutin noch einen weiteren Discounter in der Industriestraße brauche. Die CDU wünsche sich eine Ansiedelung von Lebensmittelmärkten in der Innenstadt. Mehrheitlich wurde die Entscheidung mit den Stimmen von Grünen, SPD und Freien Wählern in den nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vertagt.